Donnerstag, 3. November 2011

Rentier- und Kulturwoche

Vor 3 Wochen wurde das Thema Rentier und Kultur ganz gross geschrieben. Wir besuchten Renntierbesitzer bei ihrer Arbeit und sind am Freitagabend ins Naturzentrum in Hetta, dort fand ein Kunstabend statt. Aber zuerst zu den Rentieren. Als anfangs Woche die Tierärztin bei uns vorbei schaute und ein paar Hunde impfte, erhielten wir die Info, dass diese Woche ein „Rentiersortierung“ satt finden würde (2x Jährlich). Das heisst, die Rentierbesitzer treiben alle Renntiere zusammen in ein Gehege (ca. 2‘000stk.). Danach werden stufenweisse die Rentiere in ein kleines Gehege getrieben und dort von Hand aussortiert und geimpft. Wie sieht das aus, wenn man von Hand Rentiere aussortiert? Ganz einfach, alle Rentierbesitzer sind im kleinen Gehege und schnappen sich ihre Rentiere an den Geweihen, ziehen diese, wenn sie weiter leben dürfen zum Tierarzt, der sie Impft und dann werden sie durch eine Tür in ein anderes Gehege gelassen. Die Markierung der Tiere erfolgt durch Einschnitten in die Ohren, jeder Besitzer hat seine eigenes Symbol, so werden die Ohren mit verschieden viele und verschieden tiefe Schnitte markiert. Dies zu den Fakten jetzt zu unserem Erlebnis. Ana sagte uns schon Tage bevor, dass wir an diesem „Event“ nicht willkommen sind. Es ist eine Sache der Renntierbesitzer bzw. der Samen und sie wollen keine „Zuschauer“, aber verbieten oder verhindern können sie es auch nicht. So sind wir, mit einem komischem Gefühl im Magen, aus dem Auto gestiegen. Zur Überraschung von allen wurden wir von eine Sami (höchstwahrscheinlich betrunken) voller Freude empfangen und zu seinem Feuer gebrach, es war gerade Pause. Ana meinte, dass das sehr ungewöhnlich sei und dass er höchstwahrscheinlich nur so freundlich ist, weil wir Frauen sind. Egal, wir sahen uns gespannt um, nach 15min war die Pause vorbei und alle gingen Richtung grosses Gehege. Wir standen gespannt vor dem Gehege und sahen der riesen Masse von Renntieren zu, wie sie herumrannten. Nach ein paar Minuten gingen wir in das grosse Gehege um besser zuschauen zu können, wie die Tiere sortiert werden. Nach ein paar Durchläufen, fragte Ana ob wir in das kleine Gehege gehen wollen um zu helfen. So sind wir paarweise in das kleine Gehege gegangen und Halfen mit, die Tiere zu fangen und zu sortieren. Am Anfang waren wir dort aber doch recht unwillkommen. Die meisten Sami schauten dich unfreundlich an, wenn du das zweite Horn geschnappt hast und ihnen helfen wolltest. Aber mit der Zeit wurden wir dann doch ein bisschen Akzeptiert. Nach ungefähr zwei Stunden und 300 Rentiere später sassen wir wieder im Auto auf dem Weg zurück zu unseren Hunden, den die hatten auch langsam Hunger.


Jetzt zum Kulturelle. Wir schon gesagt, in Hetta fand ein Kunst- und Kulturabend statt. Das cool daran war, dass Pasi eine Ausstellung von seiner Südpolexpedition hatte. Als wir vor dem Rentier Ausflug am Donnerstag schnell im Naturzentrum (Ausstellungsort) vorbeischauten war sein Ausstellungsraum immer noch leer. Das Überraschte jedoch keinen. Es gibt typ Mensch, die nehmen sich Zeit und designen Ausstellungen über Wochen, Pasi jedoch gehört zu dem Typ Mensch, die in einem Abend schnell eine Ausstellung auf die Beine Stellt.
Am Freitag nach dem Arbeiten gingen wir gespannt ins Naturzentrum, sahen uns die verschiedenen, teils sehr spannende Beiträge und Fotos an und endeten in „Kaffe Silija“ bei Karaoke.

Keine Kommentare: