Freitag, 16. Dezember 2011

Ruhe vor dem Sturm

Die Saison hat jetzt richtig begonnen. Unsere Arbeitstage sind nach den Safaris gerichtet, haben wir keine Safaris haben wir einen späten Start am Morgen und ein frühes Ende am Abend. Das sind natürlich unsere lieblingstage, ab Samstag haben wir keine Chance mehr, solche Tage zu erleben, denn ab diesem Tag fängt unser härteste Wochen an. Am Morgen die französischen Gruppen oder aber auch die Englischen und ab und zu auch beide, welche zwischen 8 und 10 Uhr am Morgen kommen. Am Nachmittag müssen zwischen 8-10 Schlitten auf der Route vom Eisschloss stehen. Das heisst für uns, wir sind vom Morgen um 6 Uhr auf der Farm, Füttern, Putzen und Vorbereiten für die ersten Safaris. Nachdem wir die Touristen am Morgen versorgt haben und alle happy die Farm verlassen werden die Hundeteams neu zusammengestellt und zum Eisschloss gefahren. Dort stehen wir 6-8 Stunden auf dem Schlitten und fahren bis zu 400 Touristen umher. Wenn wir am Abend noch Gebuchte Safaris haben, fahren die Hälfte der Schlitten zurück zur Farm und führen die Safari durch. Lange rede Kurzer Sinn, vom Morgen am 6 Uhr bis Abend um 11 Uhr rennen wir…. Jupi, ich geniesse so richtig mein letzter tag Frei!!

Montag, 5. Dezember 2011

Saison Start!!!



Die Flüge wurden dann doch alle abgesagt, da wir immer noch kein Schnee hatten. Letzte Woche entlich kam der erste „richtiger“ Schnee, 12cm. Dies war für die Reiseanbieter genug und so kamen die ersten Touristen. Leider stiegen die Temperaturen wider und wir begrüssten die ersten Touristen in Hetta im Regen. Wir hatten einen Tag Zeit um zu Trainieren. So machten wir ein Trainingsfahrt am ersten Morgen. Lernten wie man ein Schlitten fährt, aber leider hatten wir immer noch keine Ahnung was unsere Jobs sind, wenn Touristen kommen. Der Saison Start machte wir auf der Davi Farm. Das hiess um 5.30 war aufstehzeit, alle Hunde mussten 2h bevor sie Rennen gefüttert werden, die Anlage musste von jeglichem Hundesch… befreit werden und die Schlitten mussten parat sein. Am Morgen ist es immer Wichtig, dass man ein gutes Zeitmanagement hat, da die Hunde nicht zulange in Reih und Glied warten müssen. Den sie sind immer so Nervös und Glücklich, dass sie endlich rennen dürfen, dass sie voll durch knallen. Aber natürlich muss man parat sein, wenn die Touristen kommen. So ist es immer ein Rennen gegen die Zeit. An diesem Morgen war der Plan aufgegangen, als der letzte Hund sein Gestelltli verpasst bekam, bog der erste Bus in unsere Einfahrt ein. Dieser Tag verlief ohne weiter Probleme, keiner verlor sein Schlitten, alle hatten Spass. Na ja ausser mir, ich verbrachte diesen Tag mit na ja nicht gerade tollen Rückenschmerzen. Ich hatte Mühe zu gehen und mich zu bücken. Da alles schnell gehen muss und die Hunde so klein sind bin ich fast gestorben.
Einen Tag später hatten wir auch die ersten Touristen in Hetta, wie schon gesagt war es ein sehr warmer Tag. Der Schnee schmolz unter meinen Füssen weg. Schon am Trainingstag war klar, dass es ein sehr anspruchsvolle Route sein wird, viele Hügel (Gleichgewicht), viel Eis (kein Chance zu bremsen) und Touristen die keine Ahnung haben. Durch das schmelzen des Schnee wurde es auch immer schlimmer. So kam es auch, dass wir insgesamt 6 Schlitten verloren. Dies hiess, dass der Fahrer den Schlitten los lies und der Passagier alleine unkontrolliert den anderen Teams folgte. Unsere Sicherheit sieht wie folgt aus, im ersten Schlitten fahren zwei Hetta Haskies (HH) Guid, die Probieren die Gruppe zusammen zu halten und Pasi ist auf dem Schneemobil. So musste Passi vom Schneemobil aus die Schlitten stoppen. Nach diesem nicht gerade erfreulichen Tag für uns (die Touristen fanden es super), sagte Anna die folgenden Touren ab. So hatten wir wieder keinen Schnee. Zum Glück ist er in den letzten Tage wieder zurück gekommen, na ja so halb, wir haben ungefähr wider 10-15cm.
Gestern hatten wir nach dem Mittagessen ein Tour vorzubereiten, Problem war, wir waren 3 Leute, ich und Marc wissen ungefähr was wie läuft und Daniel, er kennt die Hunde nicht und es war seine erste Vorbereitung. Wir mussten 8 Teams vorbereiten und diese aus der Farm fahren, an die Start Linie, für dies hatten wir 30min Zeit, natürlich dürfen die Hunden nicht unbeaufsichtigt sein. Zum Glück ist nach den ersten 3 Teams endlich Martin erschienen, der direkt von Davi und Touren am Morgen kam. So fuhren wir die ersten Teams aus der Farm und rannten zurück. Die Zeit wurde langsam knapp, wir hatten immer noch 3 Teams übrig und nach meinem Zeitgefühl war die 30min um. Wir rannten und rannten bis wir auch diese 3 aus der Farm fahren konnten. Der letzte Schlitten befestig, konnten wir die Touristen in der Farm schon sehen. Der Puls immer noch 180ig und die Adern immer noch mit Adrenalie voll gepummt, (da wir die Schlitten um eine "verdammt" enge Kurve manövrieren müssen, ohne Passagier und mit 5-6 voll fitten Hunden), stiegen die ersten Touristen in ihre Schlitten. Mit Puls 120ig sind alle Schlitten mit ihren Fahrern in den Wälder verschwunden!!

Frozen Lakes

Wir haben immer noch keinen Schnee, dafür ist es sau kalt. Ich habe schon mein ersten Tag mit -24C° überstanden. Ich hatte an diesem Tag ein paar dumme Jobs erwischt und so musste ich oft ohne Handschuhe arbeiten. Bei -24C° haltest du es vielleicht 5min ohne Handschuhe aus, nachher hast du nur Schmerzen. Ein Volontär hat schon „Frostbites“ am grossen Zehen und muss schon die Tage im Haus verbringen.
Da die Temperaturen so tief sind, sind langsam auch alle Seen gefroren. Für die grossen Touren, die wir ab Januar anbieten, mussten wir Pfosten in ein gefrorener Sumpf/See setzen, damit wir die Hundeschlitten daran können befestigen. So durfte ich meine erste Erfahrungen mit gefrorenen Gewässer machen. Es ist ein komisches Gefühl auf Boden zu laufen, auf welchem du nicht sicher bist, ob er nicht doch nachgibt. Da aber Pasi vor mir lief und er überhaupt nicht den Anschein erweckte, es könnte gefährlich sein, lief ich beruhigt hinter ihm her. Ich war dann aber doch nicht mehr sooo beruhigt, als er das erste Loch bohrte. Als er fast durch das Eis gebohrt hatte, begann es unter meinen Füssen und ein bisschen weiter weg von uns zu Knaken. Ich sah erschrocken zu Boden und sah ein Riss, der zwischen meinen Füssen durchlief. Ich fühle mich wie das Eichhörnchen in Ice Age. Pasi reagierte nicht und bohrte fröhlich weiter, ich machte einen Satz zur Seite und behielt den Boden schön im Auge. Zum Glück konnten wir unseren Job ohne nassen Füssen beenden.
In vier Tagen kommen die ersten Touristen. Keine weiss was wir mit den anfangen sollten. Kein Schnee, keine Schlittenfahrten. Auf der anderen Farm in Davi könnten Schlittenfahrten auf dem See stattfinden. Aber um das machen zu können muss erst das Eis getestet werden. So machten ich und Tim uns auf dem Weg Richtung See mit einem Seil, Pinch bur und um unseren Hals trugen wir kleine Eispickel, mit welchem wir uns aus dem kalten Wasser retten könnten. Oh my good, hatte ich den Schiss in der Hose. Tim meinte, wir laufen jetzt einfach mal in die Mitte des Sees und halten Ausschau für Risse. Da die letzten Tage so kalt waren, war auf dem Eis eine dünne Schneeschicht, die Eiskristalle waren, so machte es mit jedem Schritt ein Geräusch als würde Eis brechen. Das löste ein doch ungutes Gefühl aus. Tim würde es nie zugeben, aber ich denke, er fand diesen Job auch nicht der Beste, der wir an diesem Tag hatten. Nachdem wir in der Mitte ankamen, entschied sich Tim am Rand ein Loch zu Haken. Da wir keine Bohrer in Davi hatten mussten wir haken. So stand ich nahe am Rand mit dem Seil um meinen Bauch und Tim so weit weg wie das Seil es erlaubte. Das erste Loch war kein Problem, das Eis war an dieser Stelle ungefähr 10cm dick. So liefen wir auf den offenen See hinaus und machten das zweite. So nach der Hälfte des Loches, hörte und sah ich all die Dünne risse um uns, ich warnte Tim. Er stoppte, als das knacken aufhörte und wir immer noch trocken waren probierte er es weiter. Er hackte auf das Eis ein und die Risse wurden grösser um mich herum, ich warnte ihn wider und wir fingen an Richtung Land zu laufen. Da Tim auch kein Lust hatte schwimmen zu gehen, gaben wir es auf und gingen mit doch recht spärlichen Informationen zurück. Also ich fände es gar nicht sicher mit Hunden und Schneemobile auf diesem See zu gehen, aber ein erfahrene Polarexpeditionist (Pasi) befindet dies als genügend.

TromsØ

Vor ein paar Wochen führten unsere zwei Australier ihre Reise fort und verliessen Hetta Haskies. Da sie Richtung sünden in Norwegen gehen wollten, hatten wir die Idee, mit dem Auto nach TromsØ zu fahren, um ein bisschen den Norden zu sehen. So machten wir uns auf, Richtung Norden. An diesem Tag waren wir in allen drei Länder, in Finnland sind wir aufgewacht, in Schweden haben wir getankt und in Norwegen fanden wir unser Ziel, TromsØ. Die Fahrt war doch länger als gedacht, da die Strassen sehr eisig und teils schneebedeckt waren, benötigten wir insgesamt 10 Stunden. So sind wir am Mittag angekommen, zwei Stunden bevor es dunkel wurde…;)
Wir besuchten die nördlichste Brauerei, die es gibt, verweilten im Polar Museum und schlugen uns den Magen im Burger King voll. Wir machten auch unsere erste Erfahrungen mit norwegischen „Glunken“. Wir wollten nur schnell das Auto wenden und fuhren auf einen Kehrplatz. Alle sahen den ca. 2 auf 2m grossen nassen Fleck, der leicht mit Schnee bedeckt war, es war aber doch für alle eine grosse Überraschung, als wir herausfanden wie tief norwegische „Glunken“ sein können. So fuhr unsere Fahrer direkt in den Nasse fleckt. Das Auto sank mit der Nase so tief ab, dass der Motor anfing zu dampfen. Zum Glück reagierte Gordon schnell und stoppte, so dass nur der vorderer Teil des Autos nass wurde. Wir versenkten fast unser Auto in eine 4m2 grossen „Glunke“ in Norwegen! :-)
Nach ein paar Stunden machten wir uns wieder auf dem Weg nach Hetta, mit mehr Platz im Auto und weniger Gepäck im Kofferraum. Es Schneite den ganzen Tag und so sahen auch die Strassen aus. Hier räumen sie die Strassen (fast) nicht. Wie weiter weg wir von TromsØ kamen umso weniger Autos hatte es und umso mehr Schnee lag auf der Strasse. Wir machten unseren Weg, zum Glück, sicher nach Hause.