Montag, 5. Dezember 2011

Frozen Lakes

Wir haben immer noch keinen Schnee, dafür ist es sau kalt. Ich habe schon mein ersten Tag mit -24C° überstanden. Ich hatte an diesem Tag ein paar dumme Jobs erwischt und so musste ich oft ohne Handschuhe arbeiten. Bei -24C° haltest du es vielleicht 5min ohne Handschuhe aus, nachher hast du nur Schmerzen. Ein Volontär hat schon „Frostbites“ am grossen Zehen und muss schon die Tage im Haus verbringen.
Da die Temperaturen so tief sind, sind langsam auch alle Seen gefroren. Für die grossen Touren, die wir ab Januar anbieten, mussten wir Pfosten in ein gefrorener Sumpf/See setzen, damit wir die Hundeschlitten daran können befestigen. So durfte ich meine erste Erfahrungen mit gefrorenen Gewässer machen. Es ist ein komisches Gefühl auf Boden zu laufen, auf welchem du nicht sicher bist, ob er nicht doch nachgibt. Da aber Pasi vor mir lief und er überhaupt nicht den Anschein erweckte, es könnte gefährlich sein, lief ich beruhigt hinter ihm her. Ich war dann aber doch nicht mehr sooo beruhigt, als er das erste Loch bohrte. Als er fast durch das Eis gebohrt hatte, begann es unter meinen Füssen und ein bisschen weiter weg von uns zu Knaken. Ich sah erschrocken zu Boden und sah ein Riss, der zwischen meinen Füssen durchlief. Ich fühle mich wie das Eichhörnchen in Ice Age. Pasi reagierte nicht und bohrte fröhlich weiter, ich machte einen Satz zur Seite und behielt den Boden schön im Auge. Zum Glück konnten wir unseren Job ohne nassen Füssen beenden.
In vier Tagen kommen die ersten Touristen. Keine weiss was wir mit den anfangen sollten. Kein Schnee, keine Schlittenfahrten. Auf der anderen Farm in Davi könnten Schlittenfahrten auf dem See stattfinden. Aber um das machen zu können muss erst das Eis getestet werden. So machten ich und Tim uns auf dem Weg Richtung See mit einem Seil, Pinch bur und um unseren Hals trugen wir kleine Eispickel, mit welchem wir uns aus dem kalten Wasser retten könnten. Oh my good, hatte ich den Schiss in der Hose. Tim meinte, wir laufen jetzt einfach mal in die Mitte des Sees und halten Ausschau für Risse. Da die letzten Tage so kalt waren, war auf dem Eis eine dünne Schneeschicht, die Eiskristalle waren, so machte es mit jedem Schritt ein Geräusch als würde Eis brechen. Das löste ein doch ungutes Gefühl aus. Tim würde es nie zugeben, aber ich denke, er fand diesen Job auch nicht der Beste, der wir an diesem Tag hatten. Nachdem wir in der Mitte ankamen, entschied sich Tim am Rand ein Loch zu Haken. Da wir keine Bohrer in Davi hatten mussten wir haken. So stand ich nahe am Rand mit dem Seil um meinen Bauch und Tim so weit weg wie das Seil es erlaubte. Das erste Loch war kein Problem, das Eis war an dieser Stelle ungefähr 10cm dick. So liefen wir auf den offenen See hinaus und machten das zweite. So nach der Hälfte des Loches, hörte und sah ich all die Dünne risse um uns, ich warnte Tim. Er stoppte, als das knacken aufhörte und wir immer noch trocken waren probierte er es weiter. Er hackte auf das Eis ein und die Risse wurden grösser um mich herum, ich warnte ihn wider und wir fingen an Richtung Land zu laufen. Da Tim auch kein Lust hatte schwimmen zu gehen, gaben wir es auf und gingen mit doch recht spärlichen Informationen zurück. Also ich fände es gar nicht sicher mit Hunden und Schneemobile auf diesem See zu gehen, aber ein erfahrene Polarexpeditionist (Pasi) befindet dies als genügend.

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